Trostlos für Kinder und Jugendliche: Die Innenstadt von Bochum

Die Bochumer Innenstadt hat ein Problem mit Kindern: Sie hat für Kinder nichts zu bieten. Das hat schon die Initiative Bochumer Innenstadt festgestellt:

Auch die mit der Note 3,5 als unterdurchschnittlich empfundene Kinderfreundlichkeit beeinflusst die Gesamtattraktivität negativ.

Umfrage der IBO, 16.10.2019

Der Kinder- und Jungendring meldet sich dazu jetzt mit einem Offenen Brief zur Wort. Darin fasst er die Forderungen von Jugendliche zum Stadtbezirks Mitte zusammen, die Jugendliche im Dezember in einem Jugendforum zusammengetragen haben:

Gleisdreieck:

Auch in der Innenstadt fehlen informelle Treffpunkte für junge Menschen. Der Spielplatz in der Neustraße war am Abend und am Wochenende ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. Seit ungefähr zwei Jahren ist das Gelände eingezäunt und kann nicht mehr genutzt werden. Auf dem Grundstück gegenüber von der Rotunde und dem Riff könnte eine neue nichtkommerzielle Aktionsfläche für junge Menschen entstehen. Für diesen Ort wünschen sich die Jugendlichen Anlagen zum Klettern und zum Skateboard fahren, Raum für Graffitis, einen Unterstand und eine kleine Bühne. Den Appolonia-Pfaus-Park würden die Jugendlichen gerne mit neuen Obstbäumen und dem Anlegen von Hochbeeten aufwerten. Der Husemannplatz sollte zu einer Oase mit Aufenthaltsqualität für Kinder und Jugendliche umgebaut werden. Dazu sollte eine Rasenfläche zum Chillen für die Jugendlichen und ein Spielplatz für die Jüngeren angelegt werden. Die Bedürfnisse von jungen Menschen sollten auch im neuen „Haus des Wissens” Berücksichtigung finden. Wünschenswert wären ein Veranstaltungsraum für kleinere Konzerte und Aufführungen und ein Proberaum für Nachwuchsbands.

aus: Offener Brief des Kinder- und Jugendrings Bochum, 8.1.2020

Das die Situation schwierig ist in der Innenstadt, belegt auch schon der Sozialbericht 2018 der Stadt Bochum. Er stellt fest, dass es im Gleisdreieck keine Kindertageseinrichtung gibt. Die Innenstadt muss von benachbarten Stadtteilen mitversorgt werden. Wo sollte ein Kindergarten auch hin mit seinem Garten? Auf den Spielplatz an der Neustraße? Hier beklagten sich Anwohner bereits über Lärm – allerdings von Jugendlichen, nicht von Kindern. Da war der Spielplatz noch nicht gesperrt.

Share and Enjoy !

0Shares
0 0 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.