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Warum sich die Investition in eine Solaranlage jetzt lohnt

Die Bundesregierung möchte die Energiewende rasch vorantreiben. Dazu plant Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, noch in diesem Jahr ein sogenanntes Solarbeschleunigungspaket auf den Weg zu bringen. Dementsprechend sollen bundesweit alle geeigneten Dachflächen für die Erzeugung von Solarenergie genutzt werden.

Solarananlage auf dem HannibalCenter, Bochum

Die Bundesregierung möchte die Energiewende rasch vorantreiben. Dazu plant Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, noch in diesem Jahr ein sogenanntes Solarbeschleunigungspaket auf den Weg zu bringen. Dementsprechend sollen bundesweit alle geeigneten Dachflächen für die Erzeugung von Solarenergie genutzt werden. Bei gewerblichen Neubauten soll dies verpflichtend, bei privaten Neubauten die Regel werden.

Essen und Dortmund machen bereits freiwillig vor, was die Bundesregierung gesetzlich zu lancieren versucht: In Essen wurde auf knapp 62 Prozent der im Jahr 2019 neu errichteten Wohn- und Gewerbebauten eine PV-Anlage auf dem Dach installiert. In Dortmund sind es immerhin noch 36,3 Prozent. Das sind derzeit aber nur Leuchttürme in der Region, denn mit etwa einer Million Dachflächen gibt es im Ruhrgebiet ein enormes Potenzial für die Erzeugung von Solarenergie, das noch längst nicht ausgeschöpft ist. Ende 2020 waren hier lediglich 40.000 Dächer mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Der Grund: Viele Hausbesitzer und solche, die es werden wollen, schrecken vor den scheinbar hohen Anschaffungskosten beim Kauf einer Photovoltaikanlage zurück.

Anreize schaffen statt Pflicht von oben

Zukünftige Besitzer eines Neubaus sollten angesichts der geplanten Solarpflicht jetzt aber nicht in Panik verfallen. Denn diese ist von der Bundesregierung derzeit nur für gewerbliche Gebäude, nicht aber für Eigenheime und Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Auch die NRW-Landesregierung hat aktuell – anders als andere Bundesländer – keine Pflicht für die Installation von PV-Anlagen bei privaten Gebäuden im Sinn. Die in NRW zu Beginn des Jahres in Kraft getretene Solarpflicht bezieht sich einzig auf geeignete neue Parkflächen mit mehr als 35 überdachten Stellflächen, die zu Nichtwohngebäuden gehören. Private Hausbesitzende sollen hingegen weiterhin frei entscheiden können, welchen Strom sie nutzen. Sowohl die Landesregierung als auch die Bundesregierung versuchen aber mit Anreizen zu überzeugen, beispielsweise über die Absenkung von bürokratischen Hürden und attraktive Förderungen.

Fördermöglichkeiten senken die Investitionskosten

Diese sind auch dringend erforderlich, denn der grüne Gedanke allein reicht insbesondere Menschen mit Bestandsbauten nicht, um auf erneuerbare Energien zu setzen, da die finanziellen und organisatorischen Hürden oft als zu groß empfunden werden. Dabei gilt bereits heute grundsätzlich: Aufgrund der steigenden Strompreise rentiert sich eine Anfangsinvestition schon nach wenigen Jahren. Derzeit sind Solaranlagen zur Stromerzeugung auf einem Einfamilienhaus (ab 7 kWp) bereits ab 11.000 Euro erhältlich. Größere Anlagen (ab 12 kWp) können teilweise schon 18.000 Euro oder mehr kosten.

Finanzielle Anreize schaffen hierbei Förderprogramme und Zuschüsse von Bund, Ländern und Kommunen. Zum Beispiel bietet Nordrhein-Westfalen mit dem Programm progress.nrw Zuschüsse für Privatpersonen an. Die KfW-Bank vergibt bundesweit und die NRW.Bank in Nordrhein-Westfalen spezielle Förderkredite. Auch Städte und Kommunen wie beispielsweise Essen oder Dortmund haben regionale Förderprogramme für Photovoltaik oder Solarthermie. Ein erster Anlaufpunkt dafür ist die örtlich zuständige Stadt- oder Gemeindeverwaltung, die dazu informieren und beraten kann.

Mietmodelle der Hersteller können ebenfalls helfen, finanzielle Hürden abzubauen und ermutigen dazu, lieber heute als morgen den einfachen Schritt zur Solarenergie zu gehen.

Eigenverbrauch statt Einspeisevergütung

Zudem werden PV-Anlagen auch staatlich gefördert, beispielsweise über die sogenannte Einspeisevergütung, bei der jede ins Stromnetz eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom vergütet wird. Für Hausdachanlagen bis 10 kWp beträgt die Vergütung aktuell (Februar 2022) 6,73 Cent/kWh. Dieser Betrag wird für die nächsten 20 Jahre garantiert. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die beim Kauf gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückzuerhalten.

Sobald allerdings die Strompreise höher sind als die erhaltene Einspeisevergütung, macht es wirtschaftlich Sinn, den produzierten Strom selbst zu verbrauchen (oder ggf. zu speichern) und nicht komplett einzuspeisen. Schon jetzt ist der Strompreis so hoch, dass sich eine PV-Anlage durch die eigene Stromnutzung immer stärker rentiert – Tendenz steigend. Denn nicht nur der Strompreis, sondern auch der Stromverbrauch steigt durch immer weiter hinzukommende elektronische Geräte. Der zunehmend höhere Eigenverbrauch macht somit die Photovoltaikanlage rentabler.

Solarananlage auf dem HannibalCenter, Bochum
Solaranlage auf dem Dache des Hannibal-Center, Bochum

Abwarten kostet bares Geld

Da Haushalte in der Regel nie so viel Strom verbrauchen, wie sie mit einer PV-Anlage auf dem Dach produzieren, ergibt eine anteilige Einspeisung immer Sinn. Allerdings sinkt die staatliche Einspeisevergütung aktuell jeden Monat um ca. 0,1 Cent, was auf 20 Jahre gerechnet ein wirtschaftlicher Faktor sein kann. Das heißt, wer erst in sechs Monaten eine PV-Anlage installiert, bekommt einen niedrigeren Vergütungssatz als heute. Dementsprechend ist schnelles Handeln gefragt.

Derzeit ist noch unklar, wie genau die zukünftigen attraktiven Förderungen der Bundesregierung aussehen werden. Angesichts der bereits bestehenden mannigfaltigen Förderungsmöglichkeiten sollten Hausbauende aber nicht warten, bis das Solarbeschleunigspaket auf dem Tisch liegt. Besonders Bauherren können die Installation einer PV-Anlage direkt in ihre Bauplanung integrieren und so die Kosten für eine Nachrüstung sparen. Den Neubau auf die Solaranlage vorzubereiten ist einfach – die Kostenaufstellung würde die Anschaffung und die Installation direkt mit einbeziehen.

Fazit: Wer zögert, verschenkt Zeit und Geld

Die Erderwärmung zu stoppen, ist die größte Herausforderung dieses Jahrhunderts. Private Hausbesitzende können hierbei einen wichtigen Beitrag leisten. Am effizientesten, nachhaltigsten und wirtschaftlichsten ist es, den Strom selbst zu produzieren – über eine eigene Photovoltaikanlage. Mit dieser kann nicht nur der Eigenverbrauch gedeckt, sondern zusätzlich durch die Einspeisung überschüssiger Energie auch der Strommix für alle grüner gestaltet werden.

Über den Autor
Karl Dienst
ist Gründer der Wegatech Greenergy GmbH. In seiner Rolle als CEO ist er für die zukunftsweisende Ausrichtung und den Ausbau des Unternehmens verantwortlich. Seine Vision: Jedem Hausbesitzer die Möglichkeit geben, ein erneuerbares Energiesystem umzusetzen und damit die Energiewende aktiv mitzugestalten.

https://www.nrwbank.de/de/foerderung/foerderprodukte/15645/progresnrw—programmbereich-klimaschutztechnik.html

1 Comment

1 Comment

  1. Maria Schwarz

    23. Februar 2022 at 14:23

    Gut zu wissen, dass der Betrag der aktuellen Vergütung für die nächsten 20 Jahre garantiert wird. Ich habe ebenfalls vor, auf meinem Dach Solaranlagen zu installieren. Dafür suche ich mir am besten ein passendes Unternehmen für Solarenergie.

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