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Beteiligung an Trianel birgt Risiko für Bochum

Die STADTGESTALTER wollen die Bochumer Beteiligung an dem Energieunternehmen Trianel unter die Lupe nehmen. „Der Windpark Borkum und das Kohlekraftwerk Lünen stecken in ernsten Schwierigkeiten. Die Verwaltung legt dem Rat am 21.06.22 nun einen Beschluss mit Maßnahmen vor, die das Risiko senken sollen.

Beteiligung an Trianel birgt Risiko für Bochum
Beteiligung an Trianel birgt Risiko für Bochum (Symbolbild)

Die STADTGESTALTER wollen die Bochumer Beteiligung an dem Energieunternehmen Trianel unter die Lupe nehmen. „Der Windpark Borkum und das Kohlekraftwerk Lünen stecken in ernsten Schwierigkeiten. Die Verwaltung legt dem Rat am 21.06.22 nun einen Beschluss mit Maßnahmen vor, die das Risiko senken sollen. Allerdings haben wir Zweifel, ob dies funktionieren wird“, sagen Dr. Volker Steude, Ökonom und Ratsmitglied, sowie Uwe Nölke, Mitglied im Ausschuss für Beteiligung und Controlling. Die STADTGESTALTER erwägen einen Ausstieg Bochums aus der Trianel als bessere Lösung. 

„Die strauchelnden Betreibergesellschaften des Trianel Windpark Borkum 1 (TWB 1) und des Trianel Kohlekraftwerks Lünen (TKL) sollen mit Genehmigung des Rates in ein Netz gebunden werden, in dem das Trianel Gaskraftwerk Hamm (TGH) die dort entstehenden Risiken auffangen soll. Bei der Brückentechnologie Gas erwartet das Trianel-Management trotz des Ukraine-Kriegs und dem möglichen Gasembargo große Gewinne.“

Die positive Beschreibung der TGH decke sich nach Ansicht der beiden STADTGESTALTER aber nicht mit den in den Geschäftsberichten ausgewiesenen Ergebnissen von +3,4 Mio. EUR (2019) und -30,6 Mio. EUR (2020). „Auch die erwähnte höhere Auslastung des Gaskraftwerkes spiegelt sich nicht in einer hohen Volllaststundenzahl wieder. Aktuell liegt diese unter 20%. Das Sicherheitsnetz, das der Rat für die beiden strauchelnden Trianel-Töchter spinnen soll, ist viel zu  löchrig“, schlussfolgern  Dr. Steude und Nölke. 

Auch die Gründe für die jetzigen Probleme seien hausgemacht. „Der Beschluss, das Kohlekraftwerk (TKL)  im Jahr 2008 zu bauen, war nicht nur ein dicker Managementfehler der Trianel, sondern auch eine Fehlentscheidung der rot-grünen Politik. Die Stadt ist immerhin über die Stadtwerke Bochum der größte Anteilseigner der Trianel. Es war angesichts des Klimawandels schon 2008 absehbar, dass die Zeit für Energie aus Kohle abgelaufen ist. Das Kraftwerk Lünen wird nun sehr wahrscheinlich im Rahmen des Kohleausstiegs vom Netz gehen, bevor die 1,4 Mrd. EUR an Investitionen auch nur annähernd wieder rausgeholt wurden“, sagt Dr. Steude. 

Nölke ergänzt: „Beim Windpark Borkum geht es um eine große Kreditlinie der Trianel an die Betreibergesellschaft TWB I zum außergewöhnlichen hohen Zins von 18% p.a. die von dieser schon seit einiger Zeit nicht mehr bedient werden kann. Dass nun die Hälfte des Trianel-Kredits an die Stadtwerke Uelzen verkauft werden muss, deutet darauf hin, dass die Trianel selbst schnell Geld benötigt. Deren Umsatzrendite liegt trotz des großen Umsatzes von 3 Mrd. EUR bei unter mickrigen 0,5%. Das Geschäftsmodell der Trianel, an dem die Stadtwerke Bochum mit rund  14% größter Eigentümer ist, kann so schnell ins Minus rutschen,“ analysiert Nölke. „Durch den Aufkauf der Linie begleichen die Stadtwerke Uelzen einen großen Teil der bislang nicht gezahlten Zinsen. Die Trianel braucht wohl dringend Geld“, vermutet Nölke. 

Ratsmitglied Dr. Steude kündigt an, dass seine Fraktion den vorgelegten Maßnahmen im Rat nicht zustimmen kann. „Wir sollten prüfen, ob die Beteiligung an der Trianel in ihrer jetzigen Form nicht insgesamt ein zu großes Risiko ist.  Wir sehen keinen Vorteil für die Stadt, das Risiko der Energieproduktion zu schultern, wenn diese auch einfach eingekauft werden kann.“

Quelle: Presseteam der STADTGESTALTER Bochum

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