August-Bebel-Platz, Wattenscheid

Bürgerbegehren in Wattenscheid: Nein zum autofreien August-Bebel-Platz

Lange diskutiert worden ist die unumstritten notwendige Neugestaltung des August-Bebel-Platzes in Wattenscheid. Zur Belebung der Stadtmitte eine unumgängliche Maßnahme. Allerdings hat eine knappe Mehrheit von SPD, Grünen und einem Parteilosen durchgesetzt, dass die Belebung durch das verbannen des Autoverkehrs erfolgen sollen. Dagegen regt sich nun Widerstand. Zum einen von den Geschäftsinhabern am August-Bebel-Platz, zum anderen auch von den Anwohnern der Nebenstraßen, die jetzt ein Mehr an Verkehr befürchten. Jetzt haben drei bekannte Wattenscheider ein Bürgerbegehren gestartet.

3.500 Unterschriften notwendig

Es sind recht bekannte Wattenscheider: Wolfgang Dressler, Hans Henneke und Marc Westerhoff. Rechtsanwalt Wolfgang Dressler ist jahrelang Vorsitzender der Werbegemeinschaft Wattenscheid gewesen. CDU-Ratsmitglied Hans Henneke ist auch Vorsitzender der Großen Günnigfelder Karnevalsgesellschaft (GüKaGe). Er war einst Karnevalsprinz wie vor kurzer Zeit Marc Westerhoff, der dritte im Bunde. Ein närrisches Dreigestirn? Das wird sich zeigen, wenn sie ihr Ziel erreichen. Für ein erfolgreiches Bürgerbegehren werden sie ca. 3.500 gültige Unterschriften sammeln müssen. Das sind die laut Gemeindeordnung notwendigen 6% der Wahlberechtigten. Zur Sicherheit noch ein paar mehr. Auf der Internetseite http://bbabp.de/ informieren die Drei über ihr Vorhaben.

Wattenscheid darf nicht in die Sackgasse geführt werden

Was wollen die drei Antragsteller des Bürgerbegehrens nun? Sie wollen, dass der private Autoverkehr weiterhin über den August-Bebel-Platz fahren darf. Damit ist gemeint, dass die Friedrich-Ebert-Straße befahrbar bleibt. Von der Westenfelder Straße und Bahnhofstraße genauso wie von der Voedstraße und Hochstraße. Die Abstimmungsfrage lautet:

„Soll der private Autoverkehr, wie bisher, auch in Zukunft über den August-Bebel-Platz in Wattenscheid fahren dürfen?“

In der Wattenscheider Stadtgeschichte ist jahrzehntelang daran gearbeitet worden, die Friedrich-Ebert-Straße als Umgehungsstraße zur heutigen Einkaufsstraße Hochstraße-Oststraße zu bauen. Häuser waren dafür abgerissen worden. Die Entscheidung von SPD und Grünen, den August-Bebel-Platz und die Durchfahrt zur Friedrich-Ebert-Straße für den Autoverkehr zu sperren, macht diese Arbeit der Stadtentwicklung mit einem mal zunichte. Wie sehen die Bürgerinnen und Bürger diese Kehrtwende? Die drei Initiatoren wollen die Bürger beteiligen, sich gegen dieses Verkehrsexperiment in Wattenscheid auszusprechen.

BBABP steht übrigens für “BürgerBegehren August-Bebel-Platz”. Dort wird auch ein Newsletter angeboten.

Share and Enjoy !

0Shares
0 0

2 Kommentare

  1. Die Zeit des großstädtischen Autoverkehrs geht langsam zu Ende. Er verbraucht mehr Platz als die meisten anderen Verkehrsmittel, er erzeugt viele Emissionen, selbst bei Elektroautos verteilen die Reifen Plastikpartikel, er ist laut und gefährlich, man denke an die vielen Verkehrstote jedes Jahr. Mobilität in Bochum ist viel vorteilhafter zu Fuß, per Fahrrad und mit dem ÖPNV zu erreichen. Die Fläche ist allerdings begrenzt. Wenn andere Verkehrsteilnehmer mehr davon brauchen, muss eben das Verkehrsmittel abgeben, das am meisten davon verbraucht: der motorisierte Individualverkehr, speziell das private Automobil.

    Was die Geschäftsinhaber angeht: Die Läden bleiben doch gut erreichbar. Ich persönlich gehe zum Einkaufen oder ich fahre mit einer Straßenbahn oder einem Bus dahin. In Bochum habe ich es nie als Problem wahrgenommen, während üblicher Ladenöffnungszeiten Geschäfte mit dem ÖPNV erreichen zu können. Die An- und Abfahrt per ÖPNV, Fahrrad oder die entsprechenden Fußwege sind doch kein Problem für alle Waren, die sich gut tragen lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.