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Kultur

Multimedial durch Burg Altena unterwegs

Die Burg Altena kann jetzt multimedial erlebt werden. Auf der Höhenburg werden fortlaufend neue Angebote installiert. Ein multimedialer Rundgang durch das Museum.

Burg Altena

Ob ein Klick auf den Touchscreen oder Eintauchen in eine digitale optische Täuschung: die Museen Burg Altena können multimedial erlebt werden. Auf der Höhenburg werden fortlaufend neue Angebote installiert. Ein multimedialer Rundgang durch das Museum.

Hoch über dem Lennetal führt der Weg durch das steinerne Burgtor in den unteren Burghof. Vorbei an der Jugendherberge, durch das zweite Burgtor – dann geht es über zwei Stufen in die untere Etage vom Kommandantenhaus. Der Blick in den Brunnen löst die Sicht auf den oberen Burghof mit Pulverturm ab. Beim Schauen in die dunkle Tiefe klickt es leise im Hintergrund. Im nächsten Moment ist eine Stimme zu hören:

„Hier unter der Wohnung des Kommandanten bauen wir seit Jahren einen Brunnen für unsere brandenburgische Garnison.“ Woher die Stimme kommt, erklärt sich mit einem Blick nach links: Es ist der Geist des Brunnenbaumeisters. Er erzählt, wie der Brunnen auf Burg Altena entstanden ist. Auch wenn zwischen ihm und der heutigen Zeit mehr als 400 Jahre liegen, erwacht er vor den Burgmauern in Lebensgröße zum Leben.

„Das ist möglich durch die Peppers-Ghost-Methode“, erklärt Museumspädagogin Bernadette Lange. „Wir nutzen das Prinzip für die multimediale Aufwertung unserer Burg. Mit stehenden und bewegten Bildern wird der Brunnenbaumeister virtuell in die reale Umgebung eingeblendet.“ Das Erlebnis: die transparenten Projektionsflächen spiegeln die Bilder ins Auge, während der Blick auf den realen Hintergrund der Ausstellungsräume frei bleibt. Projektion und Realität verschmelzen für etwa drei Minuten. Die Darstellung des Brunnenbaumeisters endet mit der Frage: „Wer weiß, (…) wann der Brunnen weitergebaut wird?“

Peppers-Ghost-Projektionen als Geschichtenerzähler

Zurück im oberen Burghof geht es in die Räume der ersten Jugendherberge der Welt. Hinab über eine steile Steintreppe in den Schlafsaal. Zwischen Etagenbetten und knarzendem Holzboden grüßt eine Stimme: „Gestatten, dass ich mich vorstelle: Richard Schirmann – Volksschullehrer hier in Altena.“ Zeitreise in das Jahr 1909, dem Entstehungsjahr der Weltjugendherberge auf Burg Altena. „Da geriet ich auf einer Wanderfahrt mit meinen Schulbuben in eine große Herbergsnot“, erzählt Richard Schirmann weiter. Erneut wird durch die Peppers-Ghost-Methode Geschichte multimedial erlebbar.

In dem alten Schlafsaal wirkt der Volksschullehrer wie ein zurückgebliebener Besucher aus vergangener Zeit. Während des Rundgangs durch die geschichtlichen Räume beantwortet er die Frage, wie die erste Jugendherberge auf Burg Altena entstand. „Die Projektion von Richard Schirmann zeigt aber auch, wie gut eine historische Burg und Multimediales zusammenpassen“, sagt Bernadette Lange. Innerhalb von zwei Minuten ist der Spuk vorbei. Der Bildschirm wird dunkel und Richard Schirmann ist verschwunden.

Dafür beginnt im Raum „Der Traum vom Mittelalter“ die nächste Zeitreise. Es geht um die Jahre 1906/07. Sofort fallen in der Mitte zwei Modelle der Burg Altena ins Auge. Eines zeigt die Burg zu Beginn des 20. Jahrhunderts, das andere die Burg im heutigen Zustand. Sie stehen für den Wiederaufbau der Höhenburg. Der darum entfachte Streit Anfang des 20. Jahrhunderts wird durch sechs streitbare Thesen, die auf die hohen, hellen Wände projiziert werden, neu erfahrbar. „Doch nicht nur die Thesen stehen sich gegenüber. Auch die zwei Duellpistolen unter den Portraits von Thomée und Ehrenberg verdeutlichen den Konflikt neu“, berichtet Bernadette Lange. Ein Beispiel, wie sich klassische Objekte und Digitales verbinden lassen.

Sprichwörter interaktiv kennenlernen

Dazu gehört auch das interaktive Erleben des Museums. Möglich im Raum „In aller Munde“ im neuen Palas. Es geht vorbei an Vitrinen mit Gegenständen und Erklärungen zu Sprichwörtern wie „Etwas auf die Goldwaage legen“. Am Ende des Raumes leuchtet ein Display mit einem bunten Gemälde entgegen. Es erinnert mit der Vielzahl an abgebildeten Situationen und Menschen an ein Wimmelbild. Beim näher kommen wird klar: Entdecken und Mitmachen sind gefragt. Lange: „Das ist der neue Touchscreen, mit dem 80 Sprichwörter in Deutsch, Englisch und Niederländisch erklärt werden. Per Klick auf eine Situation im Bild vom Wimmelbild „Die niederländischen Sprichwörter“ (1559) von Pieter Bruegel dem Älteren werden die historischen Ursprünge der Zeilen erklärt. Ein Klick auf eine Person mit einem Korb, gefüllt mit Eiern, beantwortet beispielhaft die Ursprünge von: „Über ungelegte Eier spricht man nicht“. Jeder weitere Touch ist eine Überraschung, bei der nur erahnt werden kann: Welches Sprichwort hängt mit diesem Bild zusammen?

Objekte per Lichtfinger ins Rampenlicht rücken

Interaktionen sind auch das Motto beim sogenannten Lichtfinger im Raum „Karsthöhle“ (Kommandatenhaus). Wird ein Exponat per Touchscreen berührt, bewegt sich der Scheinwerfer in diese Richtung. Im nächsten Moment werden das Objekt ins Rampenlicht gestellt und mehrsprachige Infos auf dem Bildschirm eingeblendet. So steht mal der Höhlenbär symbolisch auf der Bühne, ein anderes Mal ein Tropfstein. „Besucherinnen und Besucher werden quasi zu einem Lichttechniker auf Probe. Das können sie auch im Raum „Leben im Luxus“ im Kapellengebäude ausprobieren“, sagt Bernadette Lange.

Beendet ist die multimediale Reise durch Burg Altena damit noch nicht. Vorbei durch das Kapellengebäude und den langen Gang wird im Pulverturm mit der Peppers Ghost Methode ein Feuer erlebbar. Die Flammen lodern und das warme Licht spiegelt sich an die kalten Museumswände. Ein Erlebnis, das als letzte Station den multimedialen Rundgang auf Burg Altena beendet.

Hintergrund: Die mediale Ergänzung der Museen Burg Altena wird durch Fördermittel aus dem Programm „Heimat-Zeugnis“ des Landes NRW ermöglicht. Die Märkische Kulturstiftung hat rund 1,160 Millionen Euro vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung erhalten, um die Burg Altena und den Weyhe-Park didaktisch und medial aufzuwerten. Neben Peppers Ghost Projektionen, Lichtfinger-Installationen und Touchscreens gehören auch digitale Aufwertungen durch Bildschirme mit mehrsprachigen Infotexten dazu.

Die Peppers-Ghost-Projektionen wurden von 235 Media aus Köln von dem Team aus Max Wiemann (Kamera, Regie), Moritz Kleine-Büning (Licht, Ton, Kameraassistenz), Thomas Donga-Durach (Produktionsleitung, Casting), Luisa Krenzke (Maske, Kostümbild) und Lea Kleine-Büning (Set-Runnter) umgesetzt. Drehbuch und Recherchen sind durch Stephan Sensen, Leiter der Museen Burg Altena, Dr. Agnes Zelck, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Museen des Märkischen Kreises, und die Landeskundliche Bibliothek des Märkischen Kreises, erfolgt. Schauspieler der Peppers Ghost Projektionen sind: Markus Hennes (Brunnenbaumeister), Thorsten Kavur (Richard Schirmann), Peter Brachschoss (Dr. Fritz Thomée), Markus Kloster (Drahtzieher), Dannie Lennertz (Feuerwehrmann), Dirk Sonnenschein (Bischof Ludwig II.) und Maximilian Heibges (Drahtzieher Johann Hermann Bomnüter).

Quelle und Bildrechte: Pressesprecher Märkischer Kreis

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